Möbel „Made in Vietnam“: Qualität, Zertifikate, Lieferzeiten
- C. Jung
- 5. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Vietnam zählt heute zu den größten Möbelproduzenten der Welt – und hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Beschaffungsmärkten etabliert. Die Kombination aus modernem Maschinenpark, handwerklichem Know-how und günstigen Rahmenbedingungen macht das Land besonders für den deutschen Mittelstand attraktiv.
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Ein wachsender Global Player
Mit einem jährlichen Exportvolumen von rund 14 Milliarden US-Dollar (Stand: 2024) ist Vietnam nach China und Polen der drittgrößte Möbel-Exporteur weltweit. Hauptabnehmer sind die USA, Japan und die Europäische Union. Besonders Holz- und Polstermöbel, aber auch Outdoor- und Wohnaccessoires, stehen international hoch im Kurs.
Quelle: GTAI – Branchenbericht Vietnam
In Regionen wie Bình Dương, Đồng Nai oder Hà Nam haben sich spezialisierte Industriecluster gebildet. Dort entstehen Möbel für nahezu alle Marktsegmente – von hochwertigen Massivholzmöbeln über modulare Systeme bis zu preisbewussten Handelsserien.
Hoher Qualitätsanspruch trifft moderne Fertigung
Viele vietnamesische Hersteller arbeiten mit europäischen Designern zusammen und verfügen über moderne CNC-Anlagen, computergesteuerte Lackieranlagen und klimatisierte Trockenräume. Gleichzeitig bleibt die handwerkliche Qualität ein zentraler Bestandteil der Produktion – insbesondere bei Holzverbindungen, Polsterungen und Oberflächenbehandlungen.
Die meisten Betriebe sind ISO 9001-zertifiziert, führen AQL-Qualitätskontrollen durch und verfügen über geschultes Fachpersonal. Große Exportfabriken arbeiten zudem mit Prüfinstituten wie TÜV Rheinland oder SGS zusammen, um Qualitätsstandards regelmäßig auditieren zu lassen.
Quelle: AHK Vietnam – Brancheninformationen Möbelindustrie
Nachhaltigkeit als Markenzeichen
Nachhaltige Beschaffung gewinnt auch in Vietnam zunehmend an Bedeutung. Viele Hersteller besitzen FSC®-Zertifikate (Forest Stewardship Council) und beziehen Holz aus legalen Quellen – entweder aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Vietnam selbst oder aus kontrollierten Importen aus Südostasien.
Darüber hinaus investieren immer mehr Unternehmen in Energieeffizienz, Abfallmanagement und CO₂-arme Prozesse, um den steigenden Anforderungen europäischer Kunden gerecht zu werden.
Lieferzeiten und Logistik
Standardisierte Möbelserien haben in der Regel Produktionszeiten von 8 bis 12 Wochen ab Freigabe des Musters. Individuelle Anfertigungen oder größere Projekte können bis zu 16 Wochen benötigen. Durch die Nähe zu wichtigen Exporthäfen wie Cái Mép–Thị Vải (Südvietnam) oder Hải Phòng (Nordvietnam) lassen sich Lieferungen effizient abwickeln.
Vietnam verfügt über eine moderne Logistikstruktur, die sowohl Seefracht nach Europa (Transitzeit ca. 30–35 Tage) als auch Luftfracht für eilige Lieferungen ermöglicht.
Vorteile für den deutschen Mittelstand
Für deutsche Importeure und Händler bietet der vietnamesische Möbelmarkt eine Vielzahl an Vorteilen:
Kostenvorteile gegenüber europäischen Produzenten
hohe Qualität bei stabiler Lieferzuverlässigkeit
zollfreier Zugang zur EU durch das EVFTA-Abkommen
flexible Anpassung an Designs, Materialien und Verpackungsanforderungen
nachhaltige Produktion mit anerkannten Zertifizierungen
Quelle: EU-Kommission – EU-Vietnam Free Trade Agreement
Fazit
Vietnam hat sich als einer der wichtigsten Standorte der globalen Möbelproduktion etabliert – mit einer überzeugenden Mischung aus Qualität, Preisstabilität und Nachhaltigkeit. Für den deutschen Mittelstand bietet das Land die Chance, langfristige Partnerschaften aufzubauen und gleichzeitig Kosten zu senken, ohne Kompromisse bei Design oder Verarbeitung eingehen zu müssen.



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