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Arbeitsstandards in Vietnam: Wie Hersteller die ILO-Kernnormen umsetzen

Wer in Vietnam produziert, kommt um das Thema Arbeitsbedingungen nicht herum. Besonders seit Inkrafttreten des deutschen Lieferkettengesetzes (LkSG) steht die Einhaltung internationaler Sozialstandards im Fokus.


Vietnam hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht – doch wie steht es tatsächlich um die Arbeitsrechte und ILO-Kernnormen im Land?



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Vietnam und die ILO: Verpflichtung zu internationalen Arbeitsnormen

Vietnam ist Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und hat 2020 alle acht Kernarbeitsnormenratifiziert. Diese umfassen:

  1. Verbot von Kinderarbeit

  2. Verbot von Zwangsarbeit

  3. Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen

  4. Gleichbehandlung am Arbeitsplatz

  5. Sicherheit und Gesundheitsschutz

  6. Gerechte Entlohnung

  7. Angemessene Arbeitszeiten

  8. Diskriminierungsverbot

Damit hat sich Vietnam rechtlich klar zur Umsetzung fairer Arbeitsbedingungen verpflichtet – ein zentraler Punkt auch im EU-Vietnam-Freihandelsabkommen (EVFTA).

Quelle: ILO Vietnam – Decent Work Country Programme

Wie vietnamesische Hersteller Arbeitsstandards umsetzen

In der Praxis zeigen sich deutliche Fortschritte, besonders in exportorientierten Branchen wie Textil, Elektronik und Möbel.Viele Unternehmen verfügen heute über Sozialzertifizierungen wie:

  • BSCI (Business Social Compliance Initiative)

  • SA8000 (Social Accountability)

  • WRAP (Worldwide Responsible Accredited Production)

  • ISO 45001 (Arbeitssicherheit)

Diese Zertifizierungen verlangen regelmäßige Audits, Schulungen und Dokumentationen zu Themen wie Lohntransparenz, Arbeitszeitregelung oder Brandschutz.

Quelle: BSCI – Amfori Social Audit Programme

Herausforderungen bleiben bestehen

Trotz der positiven Entwicklung bestehen weiterhin Unterschiede zwischen großen Exportfabriken und kleineren Zulieferbetrieben.In ländlichen Regionen sind Arbeitszeiten teilweise länger als gesetzlich erlaubt, und Arbeitsschutzmaßnahmen werden nicht immer konsequent umgesetzt.Hier helfen regelmäßige Audits, lokale Trainingsprogramme und die Einbindung von Gewerkschaften, um nachhaltige Verbesserungen sicherzustellen.


Audits als effektives Kontrollinstrument

Deutsche Importeure können die Einhaltung von Arbeitsstandards durch Sozialaudits nachweisen lassen.Anerkannte Prüfstellen wie TÜV Rheinland, SGS oder Intertek bewerten Fabriken anhand von über 200 Kriterien – von Lohnabrechnungen über Arbeitszeitnachweise bis zu Fluchtwegen.Die Ergebnisse werden in Auditberichten dokumentiert, die für Compliance-Nachweise (z. B. nach LkSG) genutzt werden können.

Quelle: TÜV Rheinland – Social Compliance Audits

Wie Unternehmen profitieren

Die Umsetzung hoher Arbeitsstandards in Vietnam bringt nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Vorteile:

  • Höhere Produktivität durch motivierte, gut geschulte Mitarbeiter

  • Geringere Fluktuation und stabilere Produktionskapazitäten

  • Positives Markenimage und bessere Positionierung bei europäischen Händlern

  • Langfristige Beziehungen zu vertrauenswürdigen Lieferanten


Fazit

Vietnam hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung fairer und sicherer Arbeitsbedingungen entwickelt.Dank internationaler Kooperationen, wachsendem Bewusstsein der Produzenten und klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen ist das Land heute ein verlässlicher Produktionsstandort – auch für Unternehmen, die auf soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit Wert legen.

Wer konsequent auf zertifizierte Hersteller und regelmäßige Audits setzt, kann guten Gewissens in Vietnam produzieren – und gleichzeitig den Anforderungen europäischer Gesetze gerecht werden.

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