Frachtkosten, Routen und Transitzeiten: So gelangt Ihre Ware von Vietnam nach Deutschland
- C. Jung
- 1. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Der Einkauf in Vietnam bietet attraktive Produktionskosten – doch entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist die Logistik. Wie lange dauert der Transport? Welche Routen sind am effizientesten? Und wie lassen sich Frachtkosten optimieren?
Dieser Artikel gibt einen fundierten Überblick über die Transportwege von Vietnam nach Deutschland, inklusive aktueller Laufzeiten, Preise und Tipps zur Kostenkontrolle.

Vietnam – ein wachsender Logistikknoten in Südostasien
Vietnam hat in den letzten Jahren massiv in seine Hafen- und Transportinfrastruktur investiert. Mit über 45 Seehäfen, modernen Containerterminals und verbesserten Straßenverbindungen zählt das Land heute zu den leistungsfähigsten Logistikstandorten in Asien.
Die wichtigsten Exporthäfen sind:
Cái Mép–Thị Vải (bei Ho-Chi-Minh-Stadt) – größter Tiefseehafen, direkte Routen nach Europa
Hải Phòng (nördlich von Hanoi) – Anbindung für Nordvietnam und China
Đà Nẵng – strategisch für Zentralvietnam
Quelle: Vietnam Maritime Administration (VINAMARINE)
Transportwege nach Deutschland
1. Seefracht
Rund 90 % aller Exporte aus Vietnam werden per Schiff transportiert.Die Hauptstrecke führt über den Suezkanal nach Hamburg, Bremerhaven oder Rotterdam.
Transitzeit: ca. 30–35 Tage
Kosten (40-Fuß-Container): zwischen 1.500 und 2.500 USD (je nach Saison und Reederei)
Vorteil: Hohe Kapazität und planbare Abläufe
Nachteil: Längere Laufzeit – daher frühzeitige Planung nötig
2. Luftfracht
Für eilige oder hochwertige Waren (z. B. Elektronik, Mode) bietet sich der Versand per Luftfracht an.
Flughäfen: Ho-Chi-Minh-Stadt (SGN), Hanoi (HAN)
Transitzeit: 2–5 Tage
Kosten: ca. 5–8 USD/kg (je nach Gewicht und Volumen)
Vorteil: Sehr schnell, zuverlässig
Nachteil: Deutlich teurer
3. Multimodale Lösungen
Immer häufiger nutzen Spediteure Kombinationen aus See-, Bahn- und Lkw-Transporten, etwa über China und Russland.
Transitzeit: ca. 20–25 Tage
Vorteil: Schnellere Laufzeiten als Seefracht, günstiger als Luftfracht
Quelle: DHL Global Forwarding Vietnam – Transport Solutions
Frachtkosten im Überblick
Die Frachtkosten hängen von mehreren Faktoren ab:
Containergröße (20ft, 40ft, HQ)
Versandart (FCL – Full Container Load / LCL – Less Container Load)
Incoterms (z. B. FOB oder DDP)
Brennstoffzuschläge (BAF) und Währungsanpassungen (CAF)
Saison (z. B. Peak Season im 3. Quartal)
Tipp: Durch langfristige Rahmenverträge mit Speditionen lassen sich Preisvolatilitäten abfedern.
Nachhaltige Logistik im Fokus
Immer mehr Unternehmen setzen auf CO₂-optimierte Transportlösungen.Reedereien wie Maersk und Hapag-Lloyd bieten inzwischen „Green Shipping“-Programme mit reduziertem Treibstoffverbrauch oder Kompensationsmodellen an.Auch Vietnam investiert in umweltfreundliche Logistikzentren und digitale Hafenabwicklungssysteme, um Emissionen zu reduzieren.
Quelle: Maersk – Sustainability Report 2024
Tipps für den Mittelstand
Planen Sie frühzeitig. Gerade in Peak-Zeiten (September–Dezember) können Container knapp werden.
Bündeln Sie Sendungen. Konsolidierte Fracht spart Kosten und CO₂.
Nutzen Sie FOB-Bedingungen. So behalten Sie Kontrolle über den Transportweg.
Arbeiten Sie mit erfahrenen Spediteuren. Sie kennen lokale Gegebenheiten und Zollvorschriften.
Überwachen Sie den Transport digital. Echtzeit-Tracking reduziert Unsicherheiten.
Fazit
Die Logistik von Vietnam nach Deutschland ist heute effizient, transparent und gut planbar. Mit klaren Transportstrategien, realistischen Laufzeiten und passenden Incoterms sichern sich Importeure Kostenvorteile und Lieferzuverlässigkeit.Gerade für mittelständische Unternehmen bietet Vietnam eine stabile Basis für den Aufbau nachhaltiger und effizienter Beschaffungsketten – vom Werk bis ins deutsche Lager.



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