Home & Living & Kerzen aus Vietnam: Vom Handwerk in die Regale
- C. Jung
- 3. Okt. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Vietnam ist nicht nur für Textilien und Möbel bekannt, sondern hat sich auch im Bereich Home & Living zu einem globalen Exportzentrum entwickelt. Besonders Produkte wie Kerzen, Dekoartikel, Körbe und Kleinmöbel sind gefragte Warengruppen auf dem europäischen Markt. Für den deutschen Mittelstand bietet sich hier eine attraktive Möglichkeit, handwerklich hochwertige und gleichzeitig preislich wettbewerbsfähige Produkte direkt vom Hersteller zu beziehen.

Handwerk mit langer Tradition
In vielen vietnamesischen Provinzen – etwa Bát Tràng (Keramik), Bình Dương (Holz- und Metallverarbeitung) oder Phú Vang (Kerzenproduktion) – werden jahrhundertealte Handwerkstraditionen gepflegt. Was früher ausschließlich für den lokalen Markt bestimmt war, hat sich zu einem bedeutenden Exportzweig entwickelt.
Kleine und mittlere Manufakturen produzieren heute für internationale Marken und Handelsketten. Besonders bei Duft- und Stumpenkerzen, Bambus- und Rattanartikeln sowie Dekorationsobjekten aus natürlichen Materialien überzeugt Vietnam durch hohe handwerkliche Präzision und Kreativität.
Quelle: AHK Vietnam – Marktinformationen Konsumgüter
Qualität und Individualität als Stärke
Viele vietnamesische Produzenten kombinieren traditionelle Handarbeit mit modernen Fertigungstechniken. So entstehen Kollektionen, die sich deutlich vom Massenmarkt abheben. Kleinserien, kundenspezifische Farben oder Verpackungslösungen lassen sich flexibel umsetzen – ein entscheidender Vorteil gegenüber großen chinesischen Fabriken, die häufig hohe Mindestbestellmengen verlangen.
Zudem wird großen Wert auf Qualitätskontrolle und Exportstandards gelegt. Prüfungen nach AQL-Norm, Zertifizierungen wie ISO 9001, BSCI oder Sedex und die Zusammenarbeit mit Prüfinstituten wie SGS oder Intertekgehören in vielen Exportbetrieben mittlerweile zum Standard.
Nachhaltige Materialien und verantwortungsbewusste Produktion
Der weltweite Trend zu nachhaltigen Produkten spiegelt sich auch in Vietnams Home-&-Living-Industrie wider. Immer mehr Hersteller setzen auf:
Sojawachs oder Rapswachs anstelle von Paraffin bei Kerzen,
recycelte Verpackungen aus Karton oder Papier,
nachwachsende Rohstoffe wie Bambus, Seegras oder Wasserhyazinthe.
Viele Betriebe haben zudem eigene Programme zur Abfallvermeidung und Energieeinsparung etabliert. Nachhaltigkeit wird nicht nur als Anforderung, sondern als Wettbewerbsvorteil verstanden.
Quelle: GTAI – Branchenfokus Nachhaltige Produkte Vietnam
Logistik und Lieferzeiten
Da Home-&-Living-Produkte meist leichter und kompakter sind als Möbel, profitieren Importeure von geringeren Frachtkosten. Die durchschnittliche Produktionszeit liegt – je nach Komplexität – zwischen 6 und 10 Wochen. Standardprodukte wie Kerzen oder Körbe sind häufig kurzfristig verfügbar, da viele Hersteller mit saisonalen Vorproduktionen arbeiten.
Über die Häfen Cái Mép–Thị Vải oder Hải Phòng gelangen Waren per Seefracht in etwa 30–35 Tagen nach Europa. Auch Sammelcontainer sind üblich und erlauben den Import kleinerer Stückzahlen.
Vorteile für den deutschen Mittelstand
Für mittelständische Unternehmen ist Vietnam besonders interessant, weil:
die Produktionskosten niedrig,
die Qualität konstant,
die Kommunikation professionell und
die Nachhaltigkeitsstandards zunehmend hoch sind.
In Verbindung mit den Zollvorteilen des EU-Vietnam-Freihandelsabkommens (EVFTA) ergibt sich ein erheblicher Preis- und Wettbewerbsvorteil gegenüber europäischen oder chinesischen Bezugsquellen.
Quelle: EU-Kommission – EVFTA
Fazit
Ob Duftkerzen, Körbe oder Wohnaccessoires – Vietnams Hersteller verstehen es, handwerkliche Präzision mit moderner Exportkompetenz zu verbinden. Wer auf der Suche nach individuellen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Home-&-Living-Produkten ist, findet in Vietnam den idealen Partner für langfristige Beschaffungsstrategien.



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